Georg Elser: Gestapo-Protokoll


Das 1964 von mp3 Lothar Gruchmann in den Akten des ehemaligen Reichsjustizministeriums entdeckte Schreibmaschinen-Durchschlag dieses Vernehmungsprotokolls ist das wichtigste historische Dokument zu Georg Elser. Sein Wahrheitsgehalt wird dadurch unterstrichen, dass es von den Nazis nie veröffentlicht wurde und im krassen Gegensatz zu den Verlautbarungen der NS-Presse steht. Schließlich decken sich die wesentlichen Punkte mit Aussagen von Elsers Verwandten, Freunden und Kollegen.

Der hier ungekürzt wiedergegebene Text wurde gegenüber dem 203-seitigen Originaltext, der als Kopie z.B. in der Georg Elser Gedenkstätte in Königsbronn eingesehen werden kann, geringfügig überarbeitet:

  • Seitenzahlen, Sachverzeichnis, Namensverzeichnis und Querverweise weggelassen
  • [Kommentare] eingefügt
  • Offensichtliche Schreibfehler korrigiert, Rechtschreibung angepasst

Im Liliom Verlag ist 2009 eine originalgetreue Faximile-Ausgabe des kompletten Verhörprotokolls erscheinen.

Verhörtage

19.11.1939
20.11.1939
21.11.1939
22.11.1939
23.11.1939

Beispielseiten

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Zeitzeugen

Friedrich Karl von Eberstein
Alfred Böhme
Franz-Josef Huber
Hans Bernd Gisevius
Walter Schellenberg
Kommissare Kappler, Seibold, Schmidt

Gliederung des Protokolls

  • A) Zur Person
  • B) Zur Sache
  • C) Einstellung zur Tat

Vita (Wohnorte, Arbeitsverhältnisse und Vorbereitung des Attentats)

  • Hermaringen (1903)

  • Königsbronn (1904 - 1925)
    Volksschule in Königsbronn (1910 - 1917)
    Landwirtschaftsgehilfe bei den Eltern in Königsbronn (Frühjahr - Herbst 1917)
    Eisendreherlehre beim Hüttenwerk in Königsbronn (Herbst 1917 - März 1919)
    Schreinerlehre bei Robert Sapper in Königsbronn (März 1919 - Frühjahr 1922)
    Schreinergeselle bei Robert Sapper in Königsbronn (Frühjahr 1922 - Januar 1923)
    Schreinergeselle bei Möbelfabrik Paul Rieder in Aalen (Januar 1923 - Herbst 1923)
    Landwirtschaftsgehilfe bei den Eltern (Herbst 1923 - Sommer 1924)
    Schreinergeselle bei Matthias Müller in Heidenheim (Sommer 1924 - Januar/Februar 1925)
    Landwirtschaftsgehilfe bei den Eltern in Königsbronn (Februar 1925)

  • Bernried und Klaftern (März - August 1925)
    Schreinergeselle bei Wachter in Bernried (März - Mai 1925)
    Schreinergeselle bei Dornier in Manzell (Mai - August 1925)

  • Konstanz (August 1925 - Mai 1932)
    Schreinergeselle bei Uhrenfabrik in Konstanz (August 1925 - 1929)
    Schreinergeselle bei Schönholzer in Bottighofen/Schweiz (1929)
    Schreinergeselle bei Rothmund in Meersburg (Ende 1929/Anfang 1930 - Frühjahr 1932)
    Schreinergeselle bei Zimmermann in Meersburg (Frühjahr - Mai 1932)

  • Meersburg (Mai - August 1932)
    Gelegenheitsarbeiten als Schreiner (Mai - August 1932)

  • Königsbronn (August 1932 - Mai 1939)
    Landwirtschaftsgehilfe bei den Eltern, Gelegenheitsarbeiten als Schreiner (August 1932 - Frühjahr 1936)
    Schreinergeselle bei Eugen Grupp in Königsbronn (Frühjahr - Herbst 1936)
    Hilfsarbeiter bei der Armaturenfabrik Heidenheim (Dezember 1936 - März 1939)
    Wohnung bei der Familie Härlen in Königsbronn (1936-1937)
    Wohnung bei den Eltern in der Wiesenstraße 4 in Königsbronn (1937-1939)
    1. Fahrt nach München (8.-9. November 1938)
    Entwendung von 250 Pressstückchen Pulver (ab November 1938)
    2. Fahrt nach München (4.-12. April 1939)
    Hilfsarbeiter bei Steinbruch Georg Vollmer in Königsbronn (April - Mitte Mai 1939)

  • Heidenheim-Schnaitheim (4. Mai - 4. August 1939)
    Entwendung von Sprengpatronen und -kapseln beim Steinbruch Vollmer (Mai 1939)
    Arbeitsunfähigkeit nach Unfall (Mitte Mai - 22. Juli 1939)
    Sprengversuche im Obstgarten der Eltern in Königsbronn (Juli 1939)
    Modell und Konstruktionszeichnungen (Juli 1939)

  • München (5. August - 7. November 1939)
    Blumenstraße 19/II bei Baumann (5.-31. August 1939)
    Türkenstraße 94/II bei Lehmann (1. September - 30. Oktober 1939)
    30 - 35 Nächte im Bürgerbräukeller (August - 6. November 1939)
    Konstruktion der Bombe (August - Oktober 1939)
    Komponenten von Solleder, Brög und anderen (August - Oktober 1939)
    Einbau der Bombe (Anfang November 1939)
    Abschluss der Arbeiten (5. November 1939)

  • Stuttgart (6.-7. November 1939)
    Fortsetzung

  • München (7.-8. November 1939)

  • Friedrichshafen und Konstanz (8. November 1939)
    Verhaftung an der Grenze zur Schweiz

Familie, Freunde, Frauen

  • Eltern
  • Geschwister
  • Schwester Friederike
  • Schwester Maria
  • Schwester Anna
  • Bruder Leonhard
  • Freunde Eugen Rau, Hans Scheerer
  • Mathilde Niedermann, Hilda Lang
  • Else Härlen
  • Maria Schmauder
  • Sohn Manfred
  • Karl Kuch

Persönlichkeit

  • Musizieren: Flöte, Ziehharmonika, Zither, Streichbass
  • Trachtenverein "Oberrheintaler"
  • Gesundheitszustand
  • Sexualleben
  • Religiöses Leben
  • Größeres Blutvergießen verhindern
  • Politischer Lebenslauf
  • Wirtschaftliche Verhältnisse
  • Vorstrafen
  • Weltanschauung
  • Lage der Arbeiterschaft
  • Krieg unvermeidlich
  • Radio Moskau
  • Tatmotiv
  • Einstellung zur Tat
  • 8 Menschen getötet

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