Übrig bleiben die zuverlässigen Aussagen der Leute, die Elser gekannt haben und die die Untersuchung und Aufklärung
des Attentats durchgeführt haben. Ihr Urteil ist einhellig: Elser war ein Einzelgänger.
Er hat das Attentat allein geplant, vorbereitet und durchgeführt. Er hat weder im Auftrag der SS, noch im Dienst
des britischen Geheimdienstes gehandelt.
Er folgte seinem eigenen Gewissen, weil der der innersten Überzeugung war, dass Hitler Deutschland Unglück bringen
würde. Dass vom "Führer" nur Blut, Krieg, Tränen, Hunger und Leid zu erwarten waren.
55 Millionen Menschen aller Welt verloren während des Krieges ihr Leben. Georg Elser hat es ihnen erhalten wollen.
Ein einzelner stand auf gegen den Tyrannen, aber das Uhrwerk seiner Höllenmaschine lief achtzehn Minuten zu spät ab.
Quelle: Günter Peis, Zieh' dich aus, Georg Elser!, Bild am Sonntag (27.12.1959), Hamburg 1959
Mit einem Abstand von damals nur zwanzig Jahren zum Attentat veröffentlichte
Günter Peis
eine groß aufgemachte 8-teilige Serie in der Wochenzeitung "Bild am Sonntag".
Sie erschien am 8.11.1959, 15.11.1959, 22.11.1959,
29.11.1959, 6.12.1959, 13.12.1959, 20.12.1959 und 27.12.1959.
Die Reportage von Peis war eine seriöse investigativ-journalistische Arbeit,
die sich weitestgehend mit dem heutigen Stand der Elser-Forschung deckt. Peis stellte sich auf Grundlage
der von ihm ermittelten Fakten gegen die herrschende Meinung der traditionellen Geschichtsforschung, die
das Bürgerbräuattentat damals noch als Selbstinszenierung der Nationalsozialisten und Georg Elser als
deren Werkzeug einschätzte.
Auf Basis von systematischen Interviews mit zahlreichen damals noch lebenden Zeitzeugen
(oral history) kam Peis 1959 als einer der ersten, die sich unvoreingenommen und gründlich mit
Elser beschäftigten, zum eindeutigen Ergebnis, dass Elser entgegen allen damals kursierenden
Gerüchten ein Einzeltäter war.
Seine aus heutiger Zeit vollkommen zutreffende Beurteilung der Tat Elsers erreichte damals eine sehr
breite Öffentlichkeit. In der Reportage kamen u.a. diese Zeitzeugen zu Wort:
Bei der zeitlichen Festlegung der Hitlerrede und den Umständen der Verhaftung sind
in der Bild-am-Sonntag-Reportage aus heutiger Sicht einige Unstimmigkeiten erkennbar, was aber allen anderen Details und
den Schlussfolgerungen keinen Abbruch tut. Die vollständige Bild-am-Sonntag-Reportage ist in der
Georg Elser Gedenkstätte
in Königsbronn einsehbar.