V.l.n.r.: Hans und Sophie Scholl, Christoph Probst 1942 in München.
Quelle: United States Holocaust Memorial Museum
Sophia Magdalena Scholl (* 9. Mai 1921 in Forchtenberg; 22. Februar 1943 in München-Stadelheim),
kurz: Sophie Scholl, studierte ab 1942 an der Ludwig-Maximilians-Universität München Biologie und Philosophie.
Ihr Bruder, der Medizinstudent Hans Scholl kämpfte seit Juni 1942 zusammen mit anderen Kommilitonen unter dem
Namen "Weiße Rose" mit Flugblättern gegen das Dritte Reich. Im Januar 1943 war Sophie Scholl erstmals an der Herstellung
und Verbreitung eines Flugblattes beteiligt.
Die Mitglieder der studentischen Widerstandsgruppe verschickten ihre Aufrufe vorzugsweise mit der Post. An öffentlichen
Plätzen malten sie regimefeindliche Parolen. Die unter anderem auch Wien, Salzburg, Linz, Augsburg und Stuttgart
verbreiteten Flugschriften veranlassten die Gestapo zu einer intensiven Fahndung nach den Urhebern.
Mitte Februar wurde das sechste und
letzte Flugblatt in einer Auflage von 3000 Exemplaren fertiggestellt und
mit dem Aufruf versandt, das NS-Regime zu stürzen und ein "neues geistiges Europa" zu errichten.
Am 18. Februar 1943 wurde Sophie Scholl, als sie zusammen mit ihrem Bruder
Hans in der Münchner Universität rund 1.700 dieser Flugblätter verteilte, vom Hausmeister Jakob Schmid gegen 11 Uhr
entdeckt und widerstandslos festgenommen.
"Sophie Scholl - Die letzten Tage" von Marc Rothemund (2005)
Im Wittelsbacher Palais, der Gestapo-Leitstelle in München, wurde Sophie Scholl durch
Kriminalobersekretär Robert Mohr verhört. Das
Vernehmungsprotokoll gelangte nach dem 2. Weltkrieg über die Sowjetunion
in die DDR und wurde erst 1990 für die Geschichts-forschung zugänglich.
Dieses Protokoll war Grundlage für den Spielfilm "Sophie Scholl - Die letzten Tage" von Marc Rothemund.
Am 22. Februar 1943 begann um 10 Uhr die Verhandlung des Volksgerichtshofs unter Vorsitz von Dr. Roland Freisler
im Schwurgerichtssaal des Münchner Justizpalastes. Die Anklage lautete "landesverräterische
Feindbegünstigung, Vorbereitung zum Hochverrat, Wehrkraftzersetzung".
Sophie Scholl bekannte sich zu den Flugblattaktionen: "Was wir sagten und schrieben,
denken ja so viele, nur wagen sie nicht, es auszusprechen."
Sonderbriefmarke Geschwister
Scholl,
DDR, 1961, 0,25+0,10 M
Um 13.30 Uhr verkündete Freisler das
Todesurteil
gegen Hans und Sophie Scholl sowie Christoph Probst.
Gegen 17 Uhr wurde Sophie Scholl im Strafgefängnis
München-Stadelheim gemeinsam mit Hans Scholl und Christoph Probst von Scharfrichter Johann Reichart mit einer
Fallschwertmaschine (Guillotine) enthauptet.
Der Autor hat fünf Jahre lang an seiner Dissertation über die Weiße Rose gearbeitet.
Dafür hat er bisher unbekannte Quellen herangezogen, darunter den Nachlass von Inge Aicher-Scholl und
den Nachlass eines britischen Journalisten, der 25 Jahre lang über die Weiße Rose geforscht, aber
nie etwas veröffentlicht hat. Zankel hat darüber hinaus mit rund 70 Zeitzeugen gesprochen.
Er entwickelt ein Bild des Widerstandskreises, das ohne den Schleier des Legendären auskommt
und die großen Leistungen sowie die menschlichen Schwächen der Studenten
gleichermaßen bestehen lässt.